SAP-Lizenzgebaren
Shownotes
Die E-3-Coverstory der Ausgabe September 2025 mit dem Titel „Lizenzgebaren“ widmet sich der zunehmenden Undurchsichtigkeit im SAP-Lizenzmanagement, die für Bestandskunden zu einem dichten Dschungel herangewachsen ist,. Peter M. Färbinger analysiert die Zwangslage der Anwender, die durch das nahende Wartungsende der Business Suite 7 unausweichlich in Richtung S/4 Hana gedrängt werden, wobei dieser technische Wechsel untrennbar mit einer radikalen betriebswirtschaftlichen Neuausrichtung der SAP hin zum Cloud-Unternehmen verknüpft ist.
Im Zentrum der Kritik steht das im Rahmen von Rise-with-SAP angewandte Lizenzmodell Full Use Equivalent (FUE). Dieses komplexe Regelwerk dient als Umrechnungsschlüssel, um historische On-prem-Lizenzen in Cloud-Subskriptionen zu transformieren, wobei nutzungsbasierte Kategorien in berechtigungsbasierte Äquivalente gewandelt werden. Während SAP-Chef Christian Klein und CFO Dominik Asam in diesem Vorgehen den Schlüssel für stabile, planbare Cloud-Erlöse sehen, bedeutet es für die Bestandskunden oft den Verlust der Autonomie über ihr ERP-System.
Besonders brisant ist die vertragliche Ausgestaltung der Migration: Der Bestandskunde übergibt im Zuge eines Rise-Vertrages seine dauerhaften On-prem-Rechte an SAP und erhält im Gegenzug lediglich ein „bedingtes Wohnrecht“ in der Cloud. Dieses Vorgehen birgt erhebliche Risiken, da der Prozess faktisch irreversibel ist; scheitert die S/4-Conversion, gibt es keinen Weg zurück zu den alten Lizenzen, da diese vertraglich aufgelöst wurden.
Der Kunde findet sich in einer Situation wieder, in der er fast ausschließlich Pflichten und kaum noch Rechte besitzt. Zwar könnte der EU Data Act künftig den Wechsel von Cloud-Anbietern erleichtern, doch aktuell fehlen noch finale Definitionen, und SAP-Kunden müssen sich auf die von SAP vorgegebenen Bedingungen einlassen, die oft keine klare Exit-Strategie vorsehen.
Transkript anzeigen
00:00:02: Der Podcast zur E-III Cover Story ist eine kritische und konstruktive Diskussion für die SAP Community aus Sicht der E-III Redaktion.
00:00:11: Zwei KI-Avatare sind mit allen Quellen der E-III Redaktion ausgestattet und erläutern für die SAP-Bestandskunden die Herausforderungen, Aufgaben und Stolperfallen.
00:00:21: Im Dialog werden die jeweiligen Themen kritisch, aber konstruktiv und mit vielen Tipps und Tricks abgehandelt.
00:00:29: Diese Episode des E-III Coverstory Podcast behandelt das Thema SAP-Lizenzmanagement mit allen Aspekten zu Rise with SAP, Full Use Equivalent und Cloud Exit.
00:00:40: Das Thema SAP-Lizenzmanagement und SAP Customer Center of Expertise, CCOE, wird auch auf dem Competence Center Summit, in Salzburg, Österreich behandelt.
00:01:00: Nun aber zur aktuellen E-Drei-Podcast-Episode, SAP-Lizenzmanagement.
00:01:07: Hallo und willkommen.
00:01:09: Wir haben uns hier durch ein Stapelartikel über die Cloud-Strategie von SAP gewühlt und unser erster Eindruck ist, für Sie als Bestandskunde steht da gerade eine gewaltige Entscheidung an.
00:01:22: Auf der einen Seite verspricht SAP mit Sforhana und Rise ja eine glänzende Zukunft in der Cloud.
00:01:29: Alles wird einfacher, alles aus einer Hand.
00:01:31: Das ist das Marketingversprechen.
00:01:33: Genau.
00:01:34: Und auf der anderen Seite warnen die Quellen, die sie uns geschickt haben, vor versteckten Kosten, vor unumkehrbaren Entscheidungen und einem massiven Kontrollverlust.
00:01:44: Das ist schon eine riesige Weggabelung.
00:01:47: Das ist es.
00:01:48: Und genau das ist unsere Aufgabe heute, würde ich sagen.
00:01:51: Wir legen für Sie mal die Marketingfolien beiseite und schauen auf die Realität dahinter.
00:01:55: Was bedeuten diese Verträge wirklich?
00:01:57: Was steckt da drin?
00:01:58: Genau.
00:01:59: Was steckt in diesem Angebot RISE with SAP?
00:02:02: Wir wollen für Sie einfach mal Klarheit schaffen, was die Umstellung auf Sforhana für ihre Lizenzen, ihre Kosten und vor allem für ihre zukünftige Unabhängigkeit bedeutet.
00:02:12: Und man muss sich ja auch fragen, warum SAP diesen Weg so aggressiv vorantreibt.
00:02:17: In den Quellen ist er ein ziemlich aufschlussreiches Zitat von CEO Christian Klein versteckt.
00:02:23: Er rechnet damit, dass der Umsatzprobe-Standskunde durch RISE um das drei bis vierfache steigt.
00:02:28: Drei bis vierfach, das ist eine Ansage.
00:02:30: Das ist eine gewaltige Zahl.
00:02:33: Und wenn wir uns jetzt die Lizenzmodelle und Verträge ansehen, sollten wir diese Zahl vielleicht mal im Hinterkopf behalten.
00:02:39: Okay, packen wir das mal aus.
00:02:41: Fangen wir mal ganz vorne an.
00:02:42: Alle Quellen sind sich daher einig.
00:02:44: Der Umstieg auf Sforhana ist keine Kleinigkeit.
00:02:47: Absolut nicht.
00:02:48: Stellen Sie sich das mal in Schichten vor.
00:02:50: Ganz unten haben sie oft ein neues Betriebssystem, meistens Linux.
00:02:54: Okay.
00:02:54: Dann kommt die Hanadatenbank, die ja für fast alle Bestandskunden komplettes Neuland ist.
00:03:00: Und das ist eben nicht nur eine kleine Schulung für ihre Admins.
00:03:03: Sondern?
00:03:04: Es bedeutet, dass sich die gesamte Architektur ändert, wie Daten gespeichert und abgerufen werden.
00:03:09: Das hat massive Auswirkungen auf die Performance, aber auch auf die Kosten und das Know-how, das sie im Haus haben müssen.
00:03:14: Und S-IV selbst ist ja auch anders.
00:03:17: Genau, obendrauf kommt dann SVHana selbst, dass sich Funktionalkeils erheblich von der alten Business Suite sieben unterscheidet.
00:03:24: Das erklärt dann auch, warum SAP die ursprüngliche Deadline von zweitausendfünfundzwanzig verschieben musste, oder?
00:03:30: Ja sicher.
00:03:31: In den Artikeln steht ja, dass die Transformation wesentlich langsamer abläuft, als man in Waldorf wohl gehofft hatte.
00:03:37: Offenbar hat nicht nur der Kunde, sondern vielleicht auch SAP selbst die Komplexität dieses Umbaus einfach unterschätzt.
00:03:43: Sehr wahrscheinlich.
00:03:44: Und diese Komplexität, die spiegelt sicher auch in den Migrationsfaden wieder.
00:03:48: Da gibt es den Greenfield-Ansatz.
00:03:50: Also komplett neu auf der grünen Wiese?
00:03:52: Genau, sauber, aber extrem aufhändig.
00:03:55: Dann gibt es Brownfield, wo man versucht, möglichst viel vom Altsystem zu übernehmen, um Kosten zu sparen.
00:04:00: Und den Mittelweg, diesen Selective-Data-Ansatz.
00:04:03: Richtig.
00:04:04: Brownfield klingt für viele sicher erst mal am verlockendsten, weil es nach weniger Arbeit aussieht.
00:04:10: Aber ist das nicht auch eine Falle?
00:04:12: Schleppt man da nicht den ganzen Ballers der letzten zwanzig Jahre mit ins neue System?
00:04:17: Genau das ist die Gefahr.
00:04:18: Man spart vielleicht kurzfristig, aber handelt sich langfristig Probleme ein.
00:04:23: Aber das Kernproblem, das alle Quellen betonen, ist eigentlich anderes.
00:04:27: Und zwar?
00:04:28: Egal welchen Weg Sie wählen, es ist ein riesiges Projekt.
00:04:32: Es greift tief in die Prozesse und sogar in die einzelnen Nutzerrollen ein.
00:04:36: Und dafür fehlen in vielen Unternehmen schlicht die personellen und die finanziellen Ressourcen.
00:04:41: Und genau in diese Lücke stößt SAP mit seinem großen Versprechen.
00:04:45: Rise with SAP.
00:04:47: Es wird als die einfache Antwort auf die komplexe Frage, wie komme ich in die Cloud?
00:04:52: verkauft.
00:04:53: SAP tritt als Generalunternehmer auf One Face to the Customer und verspricht dabei sogar noch Kosteneinsparungen von rund zwanzig Prozent.
00:05:02: Und genau hier klafft anscheinend eine riesige Lücke.
00:05:05: Auf der einen Seite das Hochglanzversprechen von SAP.
00:05:08: Auf der anderen Seite die handfesten Sorgen der Leute, die das am Ende nutzen und bezahlen müssen.
00:05:14: Dieses One-Face to the Customer klingt ja erst mal gut.
00:05:18: Klingt gut, aber die Realität ist, dass SAP im Hintergrund Verträge mit den großen Hyperscalern wie AWS, Google oder Microsoft Azure schließt.
00:05:26: Als Kunde haben sie zwar nur einen Ansprechpartner, aber die rechtliche Komplexität dieser Dreiecksbeziehung, die bleibt bestehen und landet am Ende bei ihnen auf den Tisch.
00:05:36: Okay, aber kommen wir mal auf die Zahlen zurück.
00:05:39: SAP verspricht zwanzig Prozent Einsparung, gleichzeitig sagt der eigene CEO.
00:05:44: Er erwartet dreihundert bis vierhundert Prozent mehr Umsatz pro Kunde.
00:05:48: Da geht die Rechnung doch irgendwo nicht auf.
00:05:50: Wo ist der Haken?
00:05:51: Der Haken ist der größte und kritischste Punkt in all diesen Dokumenten.
00:05:56: Die Umwandlung ihrer bestehenden Lizenzen.
00:06:00: Wenn Sie auf Rise gehen, nehmen Sie Ihre alten gekauften On-Premise-Lizenzen, also Ihr Eigentum, und tauschen Sie gegen ein reines Abonnement-Modell ein.
00:06:08: Das ist eine einmalige und, wie es heißt, faktisch unumkehrbare Entscheidung.
00:06:13: Das muss man sich mal klarmachen.
00:06:15: Das ist ja, als würden Sie Ihr eigenes, abbezahltes Haus an die Bank zurückgeben und dafür einen lebenslangen Mietvertrag unterschreiben, den Sie nicht mehr kündigen können.
00:06:23: Guter
00:06:24: Vergleich.
00:06:25: Sie verlieren das Eigentum und begeben sich in eine brutale wirtschaftliche Abhängigkeit.
00:06:30: Exakt.
00:06:30: Und das ist der Grund, warum die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe, die DSAG, da so scharf kritisiert.
00:06:37: Der Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen hat dafür ja dieses Wortspiel Surprise with SIP geprägt.
00:06:45: Er sagt, SAPs Strategie zielt fast ausschließlich auf ein Cloud-ERP ab und ignoriert die Realität der Kunden.
00:06:52: Die meisten haben eben heterogene IT-Landschaften.
00:06:55: Klar, man hat ja nicht nur eine SAP.
00:06:58: Sie haben SAP, aber auch Systeme von anderen Anbietern.
00:07:01: und eine Technologiestrategie, die für alle gleich sein soll, die funktioniert in der Praxis einfach nicht.
00:07:07: Und diese fehlende Flexibilität scheint sicher vor allem in einem Bereich zu zeigen, der für sie als Kunde am teuersten werden kann, bei den Lizenzen.
00:07:15: SAP krempelt hiermit RISE anscheinend alles um.
00:07:18: Was genau verbirgt sich denn hinter diesem neuen Modell, diesem Full-Use-Equivalent oder FUE?
00:07:24: Die Quellen deuten an, dass das eine ziemliche Zeitbombe ist.
00:07:27: Das ist es in der Tat.
00:07:28: FUE ist eine Fundamentale Abkehr vom alten Modell.
00:07:33: Früher basierte die Lizenzierung auf der tatsächlichen Nutzung.
00:07:36: Named User.
00:07:37: Also wer was macht?
00:07:39: Genau.
00:07:39: Und mit Sforhana und FUI basiert sie plötzlich auf den zugewiesenen Berechtigungen.
00:07:45: Das ist ein gewaltiger Unterschied.
00:07:47: Es zählt nicht mehr, was ein Mitarbeiter tatsächlich tut, sondern was er theoretisch tun könnte.
00:07:52: Moment, das muss ich kurz verstehen.
00:07:53: Das heißt, wenn ein Mitarbeiter aus historischen Gründen die Berechtigung hat, eine Rechnung zu erstellen, das aber in den letzten fünf Jahren nie getan hat, zahle ich trotzdem die volle, teure Lizenz dafür, nur weil er es könnte?
00:08:07: Ja.
00:08:08: Das
00:08:08: ist ja eine Goldgrube für SAP.
00:08:10: Genau das ist der Kern der Kritik.
00:08:12: In vielen Unternehmen wurden Berechtigungen über Jahre hinweg eher,
00:08:15: sagen
00:08:15: wir mal, großzügig verteilt.
00:08:17: Mit dem FIU-Modell kann das zu einer Kostenexplosion führen.
00:08:20: Verstehe.
00:08:21: Lizenzen werden plötzlich für theoretische Nutzungsmöglichkeiten fällig.
00:08:26: Und das ist ja nur eine von mehreren Kostenfallen.
00:08:29: Dazu kommt noch das alte Thema Digital Access, also die indirekte Nutzung.
00:08:33: Ah, der Klassiker.
00:08:35: Wenn externe Anwendungen zum Beispiel ein Webshop oder ein Logistiktool auf SAP-Daten zugreffen.
00:08:41: Genau.
00:08:41: Das
00:08:42: ist zwar inzwischen lizenzrechtlich etwas klarer geregelt, aber das Risiko von teuren Nachzahlungen bleibt, oder?
00:08:49: Absolut.
00:08:50: Sie müssen genau analysieren, wie viele Dokumente von Drittsystemen erzeugt werden.
00:08:55: Das Risiko einer Über- oder Unterlizenzierung ist enorm hoch.
00:08:58: Die gesamte Lizenzlandschaft wird mit RISE und SVHANA so komplex, dass man sie kaum noch manuell durchschauen kann.
00:09:05: Also diese Beziehung zwischen Cloud-Volumen, Rabatten, alter Vertragshistorie
00:09:11: ist ein einziger Knoten, genau.
00:09:13: Also im Klartext.
00:09:14: Ich bezahle SAP dafür, dass sie alles einfacher machen, muss aber gleichzeitig selbst in teure Tools von Drittanbietern investieren, nur um zu kontrollieren, dass SAP mir am Ende nicht zu viel berechnet.
00:09:26: Das klingt paradox.
00:09:27: Es ist Paradox, aber laut den Quellen die unumgängliche Realität.
00:09:32: Ohne eine proaktive, toolgestützte Analyse ihre Systemnutzung, laufen sie blind in die Verhandlungen und auch in die jährlichen Systemvermessungen.
00:09:40: Man muss seine Zahlen kennen.
00:09:41: Sie müssen genau wissen, welche Lizenzen ungenutzt sind oder doppelt vergeben wurden, und zwar bevor SAP mit den eigenen Zahlen kommt, sonst droht bei einem Audit eine böse und sehr teure Überraschung.
00:09:56: leitet perfekt über.
00:09:57: zu meiner nächsten Frage.
00:09:59: Wenn SAP bei RISE als Generalunternehmerauftritt, der alles aus einer Hand liefert, könnte man ja annehmen, dass ich mein eigenes internes Experten-Team das Customer Center of Expertise oder CCOE zurückfahren kann.
00:10:14: Ja, das denken viele.
00:10:16: Das wäre doch eine naheliegende Einsparung.
00:10:18: oder widersprechen da die Quellen.
00:10:20: Total.
00:10:21: Das ist ein gefährlicher Trugschluss, den die Artikel explizit ansprechen.
00:10:26: Genau das Gegenteil ist der Fall.
00:10:27: Ihr CCOI wird wichtiger denn je.
00:10:30: Wirklich?
00:10:30: Ja.
00:10:31: Es verwandelt sich von einer reinen technischen Support-Einheit zu ihrer zentralen Kontroll- und Kompetenzinstanz.
00:10:38: Es ist die einzige Stelle im Unternehmen, die sicherstellt, dass die Versprechen des Generalunternehmers auch in ihrem Sinne umgesetzt werden.
00:10:46: Welche Aufgaben fallen da konkret an?
00:10:48: Es geht ja dann nicht mehr nur darum, das On-Premises-System am Laufen zu halten?
00:10:52: Richtig.
00:10:53: Das CCOE der Zukunft steuert das komplexe Lizenzmanagement, von dem wir gerade gesprochen haben.
00:10:59: Es bereitet die S-Vor-Conversion strategisch vor.
00:11:02: Es kümmert sich um das Datenmanagement und die Archivierung, was bei einer Migration entscheidend ist.
00:11:07: Und der Wissensaufbau nehme ich an.
00:11:09: Ganz wichtiger.
00:11:10: Es baut das neue Wissen auf, dass sie im Haus brauchen von der neuen Benutzeroberfläche Fiori über die Business-Technologie-Plattform bis hin zu ABAP Cloud.
00:11:19: Ohne ein starkes CCOE verlieren sie die Kontrolle über ihre eigene IT-Strategie und sind SAP auf Gedei und Verderb ausgeliefert.
00:11:27: Okay, mein CCOE ist also überlebenswichtig.
00:11:31: Wie bereiten sich dieses Team und ich mich denn am besten auf diese wirklich hochkomplexen Vertragsverhandlungen mit SAP vor?
00:11:39: Die Quellen sprechen von drei entscheidenden Säulen?
00:11:43: Genau.
00:11:44: Die erste Säule haben wir schon gestreift.
00:11:46: eine saubere, toolgestützte Systemvermessung.
00:11:50: Sie müssen ihre genaue Nutzung kennen, bevor Sie an den Verhandlungstisch gehen.
00:11:54: Klar.
00:11:55: Die zweite, und das ist strategisch vielleicht die wichtigste, ist eine klare Clean Core Strategie.
00:12:01: Clean Core, das bedeutet, den SAP-Standard so sauber wie möglich zu halten und Eigenentwicklungen auszulagern.
00:12:09: Exakt.
00:12:10: Stellen Sie sich Ihr über Jahre gewachsenes ERP-System Wie ein altes Haus vor, in das über Jahrzehnte immer neue Wände eingezogen, Kabel verlegt und Anbauten dran geklebt wurden.
00:12:21: Mhm, gutes Bild.
00:12:23: Ein S-IV-Hana-Upgrade ist wie eine Kernsanierung.
00:12:26: Wenn Sie vorher nicht aufräumen und diese ganzen Sonderlücken vom Standard trennen, Sie zum Beispiel auf die Business Technology Plattform auslagern, dann wird die Migration zum Albtraum.
00:12:37: Weil alles neu angepasst werden muss?
00:12:39: Jeder einzelne Anbau muss dann geprüft und neu angebunden werden.
00:12:43: Das treibt Kosten und Zeitplan ins Unermessliche und macht zukünftige Updates zu Qual.
00:12:48: Und die dritte Säule?
00:12:49: Die Datenqualität.
00:12:50: Viele unterschätzen das.
00:12:52: Die S-IV-Transformation ist eine einmalige Chance, den ganzen Datenmüll der letzten Jahrzehnte loszuwerden.
00:12:58: Also Altlasten bereinigen.
00:13:00: Genau.
00:13:00: Fehlerhafte, redundante oder veraltete Stammdaten sind ein enormes Hemmnis für die Digitalisierung.
00:13:07: Wenn Sie diese Chance nutzen, können Sie mit qualitativ hochwertigen Daten neu starten, was den Wert der gesamten Investitionen massiv erhöht.
00:13:30: Das ist der wundeste Punkt von allen.
00:13:39: Die klare Antwort aus den Quellen lautet, nein, nicht wirklich, gar nicht.
00:13:45: Die Lizenzumwandlung ist, wie gesagt, faktisch irreversibel.
00:13:49: Das Eigentum an der Software ist weg.
00:13:51: Ein zurück zu ihrem alten On-Premise-Modell ist vertraglich einfach nicht vorgesehen.
00:13:56: Das schafft ja eine extreme Abhängigkeit.
00:13:59: Was ist, wenn SAP die Preise erhöht?
00:14:02: Man kann ja nicht einfach den Anbieter wechseln wie bei einem Mobilfunkvertrag.
00:14:07: Genau.
00:14:08: Und es kommt noch ein Detail hinzu, das oft übersehen wird.
00:14:12: Gehört die Stilllegung ihrer alten Systeme überhaupt zum Rise-Vertrag?
00:14:16: Oft ist das nicht klar geregelt.
00:14:18: Das heißt...
00:14:19: Das heißt... Sie zahlen bereits für den neuen Cloud Service, müssen sich aber zusätzlich noch um den teuren und aufwendigen Rückbau der Altsysteme küntern.
00:14:28: Das kann zu unerwarteten Folgekosten führen.
00:14:31: Aber wir sind auch in der EU.
00:14:33: Gibt es da nicht regulatorische Hilfe?
00:14:36: Der neue EU-Digital Data Act wird in den Unterlagen erwähnt.
00:14:39: Soll der nicht genau solche Lock-in-Effekte verhindern?
00:14:42: Ja, auf dem Papier schon.
00:14:44: Der Data Act ist ein wichtiger Schritt.
00:14:47: Er schafft einen rechtlichen Rahmen und verpflichtet Cloud-Anbieter, ihre Kunden beim Wechsel zu einem anderen Anbieter oder zurück zur eigenen Infrastruktur zu unterstützen.
00:14:57: Also, man hat ein Recht darauf.
00:14:59: Man hat ein Recht darauf.
00:15:01: Er regelt Dinge wie Geschäftskontinuität, Kündigungsfristen und die Pflicht zur Datenlöschung.
00:15:06: Sie als Kunde haben also einen rechtlichen Anspruch.
00:15:09: Das klingt doch erst mal gut.
00:15:11: Wo ist der Haken?
00:15:12: Der Haken ist die Praxis.
00:15:14: Ein SAP-System ist kein isolierter Dienst, den man einfach abschaltet.
00:15:19: Es ist das Nervensystem ihres Unternehmens tief integriert in Dutzende anderer Anwendungen.
00:15:25: Die praktische Umsetzung eines solchen Exits ist eine gewaltige technische und organisatorische Herausforderung.
00:15:31: Der rechtliche Anspruch allein garantiert Ihnen noch keinen reibungslosen und bezahlbaren Ausstieg.
00:15:36: Es ist ein Sicherheitsnetz, aber eines mit sehr, sehr großen Maschen.
00:15:40: Was bedeutet das also alles für Sie, wenn wir das mal zusammenfassen?
00:15:45: Der Weg zu S-IV Hanar scheint von SAP so vorgezeichnet, dass er für die meisten unausweichlich wirkt.
00:15:51: Ja, der Druck ist hoch.
00:15:53: Und RiseWithSAP wird als das All-Inclusive-Ticket für diese Reise verkauft.
00:15:58: Genau.
00:15:59: Es wirkt wie ein einfaches Komplettpaket, aber unter der Haube schafft es tiefgreifende Abhängigkeiten und eine Komplexität, die eine extrem sorgfältige Prüfung erfordert.
00:16:09: Marketing vs.
00:16:10: Realität.
00:16:11: Die Simplifizierung im Marketing steht im krassen Gegensatz zur Komplexität in den Verträgen und der Technik.
00:16:17: Und das führt uns zurück zu der Zahl vom Anfang, die Aussage von Christian Klein, dass sich der Umsatz pro Kunde verdreie bis für vierfachen soll.
00:16:25: Das wirft die letzte entscheidende Frage auf, die sie sich stellen müssen.
00:16:28: SAP nennt RISE eine Business Transformation as a Service.
00:16:33: Angesichts dieser Umsatzerwartung müssen sie als Kunde sicherstellen, dass dieser Service in erster Linie ihrer Geschäftstransformation dient und nicht nur der Umsatztransformation von SAP.
00:16:46: Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in der Technik.
00:16:48: Er liegt darin, die kommerzielle und vertragliche Landschaft vollständig zu beherrschen, bevor sie auch nur in die Nähe eines Stiftes kommen, um etwas zu unterschreiben.
00:17:01: zum Thema SAP-Lizenzmanagement.
00:17:04: Dieses Thema und das SAP-Thema Customers Center of Expertise, CCOE, wird auch auf dem Kompetenzcenter Summit, für Deutschland, Österreich und die Schweiz am zehnten und elften Juni, in Salzburg, Österreich behandelt.
00:17:25: Wir freuen uns, Sie auf diese Pflichtveranstaltung der SAP Community in Salzburg persönlich zu begrüßen.
00:17:31: Sichern Sie jetzt Ihr Ticket auf der E-Drei-Website E-Drei-Markpunkt.com.
00:17:35: Vielen Dank für Ihr Interesse.
00:17:37: Bis zum nächsten E-Drei-Podcast und alles Gute wünscht die E-Drei Redaktion.
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