Cloud zwischen Euphorie und Absturz

Shownotes

Die Entscheidung über die zukünftige ERP-Architektur stellt SAP-Bestandskunden im Zeitalter der digitalen Transformation vor ein komplexes Dilemma, das weit über die einfache Wahl zwischen dem eigenen Rechenzentrum (on-prem) und der externen Wolke (Private oder Public Cloud) hinausgeht.

Während lange Zeit das klassische On-prem-System als ERP-Standard inklusive Virtualisierung dominierte, rückte in den vergangenen Jahren das Ideal der Cloud-Technik immer stärker in den Fokus der SAP-Community, wobei hybride und souveräne Modelle spezifische Herausforderungen und Risiken mit sich bringen, die es zu meistern gilt.

Das traditionelle On-prem-Modell, bei dem die Software auf unternehmenseigener Hardware betrieben wird, bietet den ERP-Anwendern die volle Hoheit über Daten, Geschäftsprozesse und Lizenzen. Zudem ermöglicht es eine vollständige Kon-trolle und Anpassbarkeit der Compliance–Maßnahmen und der individuellen Geschäftsprozesse (Abap-Modifikationen). Diese ERP-Autonomie wird jedoch teuer erkauft: On-prem-Lösungen sind mit hohen Anschaffungskosten für Hardware und Software verbunden, müssen auf potenzielle Lastspitzen ausgelegt sein, was unnötig hohe Kosten verursacht, und sind stark vom Fachkräftemangel betroffen sowie von qualifiziertem IT-Personal abhängig, das für den 24/7-Betrieb benötigt wird.

Zudem können Altsysteme oftmals neue Techniken wie KI oder Analytics nicht unterstützen. Hierbei können jedoch SAP-Bestandskunden auf die Business Technology Platform (SAP BTP) ausweichen, die auch in Kombination mit einer On-prem-Business-Suite 7 betrieben werden kann.

Die Public Cloud der Hyperscaler (wie AWS, Azure oder GCP) geht den umgekehrten Weg: Sie bietet Services öffentlich über das Internet an, nutzt eine Multi–Tenant-Struktur und lockt mit hoher Flexibilität und elastischer Skalierbarkeit sowie einer nutzungsabhängigen Abrechnung (Pay-as-you-go). Doch dieser Komfort ist für SAP-Bestandskunden nicht risikofrei. Die Annahme, die Public Cloud sei generell kostengünstiger als der Inhouse-Betrieb, hat sich in den vergangenen Jahren nicht bewahrheitet. Viele SAP-Bestandskunden haben ihre Rechenzentren in den vergangenen Jahren optimal orchestriert.

E3-Coverstory November 2025

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