Jun 26: Money makes the world go round, die Monetarisierung des SAP-Lizenzmanagements
Shownotes
Die digitale Transformation der betriebswirtschaftlichen Kernprozesse wird vom Walldorfer Softwarekonzern SAP unermüdlich als grenzenloses, agiles und cloudbasiertes ERP-Paradies gefeiert, doch bei kritischer Analyse der vertraglichen Realitäten entpuppt sich dieses Versprechen als ein hochkomplexes strategisches Zwangskorsett, das die SAP-Bestandskunden in einen beispiellosen Vendor-Lock-in treibt.
Im Zentrum dieser tektonischen Verschiebung steht der Paradigmenwechsel vom klassischen, eigentumsbasierten On-prem-Modell hin zu einem Cloud-Subskriptionsmodell, flankiert von einer undurchsichtigen Preis- und Konditionenliste (PKL), neuen API-Restriktionen und der rigorosen Monetarisierung von Datenströmen.
Für den SAP-Bestandskunden bedeutet der Wechsel auf S/4 Hana längst nicht mehr ein technisches Release-Upgrade, sondern eine fundamentale Neuausrichtung seiner kommerziellen IT-Architektur, bei der die Gefahr von Kostenexplosionen, Überlizenzierungen und dem totalen Verlust der digitalen Souveränität ständiger Begleiter ist. Wer die Mechanismen der SAP-Cloud-Subscription, der Business Technology Platform (SAP BTP), der Business Data Cloud (SAP BDC) und der neuen Lizenzmetriken nicht bis ins kleinste Detail dekonstruiert, wird unweigerlich Opfer einer meisterhaft orchestrierten Monetarisierungsmaschine.
Der historische Übergang in die Cloud-Welt von SAP, primär vorangetrieben durch die allumfassenden Vertragspakete Rise und Grow, markiert für den ERP-Anwender den komplexen Wechsel von einer Investitionsausgabe (Capex) zu laufenden Betriebsausgaben (Opex). Während On-prem-Lizenzen als unbefristetes Eigentum erworben wurden und selbst bei einer Kündigung der Wartungsverträge das fortlaufende, rechtmäßige Nutzungsrecht am System garantierten, degradiert das Cloud-Abonnement den Kunden zum wehrlosen Mieter.
SAP wandelt existierende On-prem-Lizenzen über die sogenannte Contract Conversion in Cloud-Subskriptionen um, was zur unwiederbringlichen Vernichtung der alten, wertvollen Kauflizenzen führt. Das zentrale Instrument dieser Transformation ist die Metrik des Full Use Equivalent (FUE), ein hochkomplexes Regelwerk, das die bisherige detaillierte nutzungsbasierte User-Vergabe aus der ECC-Welt in standardisierte Cloud-Nutzungstypen presst.
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